• Ich weiß, wie schwer es fällt, über den

    eigenen Schatten zu springen

    - Nicole Weigand

DIE SUCHE NACH DEM GLÜCK - EIN PERSÖNLICHES UND NATIONALES ANLIEGEN

Wie wir in den vergangenen Wochen und Monaten der Presse entnehmen können, beschäftigt sich nicht nur der Einzelne mit der Überprüfung seines Glücksniveaus, sondern auch die Politik macht sich Gedanken, wie sie zur Steigerung des Glücks ihrer Schäflein beitragen könnte. Es fallen Stichworte wie „Glücksindikator“, „Better-life-index“, „Maximum happiness principle” und viele Ansätze mehr, die das Glück fassbar, messbar und lenkbar machen sollen. Daneben die Frage, was uns denn nun glücklicher macht! Ist es ein hoher Bildungsgrad, hohes Einkommen, Freude an der Arbeit, mehr Freizeit in Verbindung mit Familie und Freunden? Dies alles wird diskutiert und erforscht.

Nun können wir uns ja entspannt zurücklegen und unser Glück denen überlassen, die sich damit auskennen! Sollen sich doch Politik und Wissenschaft damit auseinandersetzen, wie sie uns glücklicher machen können! Oder können wir vielleicht auch selbst etwas dazu beitragen, dass wir glücklicher werden?

Wer oder was genau zu unserer Glückssteigerung beitragen kann, möchte ich hier heute gar nicht diskutieren. Mir geht es vielmehr um die Frage, was kann der Einzelne tun, damit das Glück, egal ob es von innen oder von außen kommt, auf fruchtbaren Boden fällt? Wie können wir uns innerlich so vorbereiten, dass das Glück in uns wachsen und reifen kann? Dabei ist es erst einmal unwichtig, was jeder Einzelne unter Glück versteht.

Stellen wir uns doch mal vor, wir hätten ein „Glücksdepot“ in Form eines Behälters. Dieser Behälter ist bei jedem Menschen unterschiedlich groß. Die Größe dieses Behälters hängt davon ab, wie er in unserer Kindheit, bei unseren Eltern, bei unseren Großeltern – also bei unserer Ursprungsfamilie - angelegt wurde. D.h. zunächst müssen wir uns die Frage stellen, wieviel Glück haben wir gelernt „auszuhalten“? Ja, Sie haben richtig gelesen! Glück muss man lernen auszuhalten! Nicht jeder Mensch kann gleich viel Glück aushalten! Diese Erkenntnis wirft nun zwei Fragen auf: Was passiert, wenn der Behälter voll ist? Wie kann ich den Behälter vergrößern?

Wenn unser persönliches Glücksmaß voll ist, sorgen wir unbewusst dafür, dass in unserem Behälter wieder etwas Platz entsteht. Wir produzieren einen Grund, der das Glück, das wir empfinden, wieder ein Stück zurückfährt. Dies schaffen wir, in dem wir z.B. wie aus heiterem Himmel eine unserer „Standardängste“ (Angst vor Krankheit, Existenzangst, Sorge um die Kinder etc) wie eine Trumpfkarte aus dem Ärmel ziehen. Schon haben wir es geschafft, dem Glück wieder Einhalt zu gebieten. Beliebt ist auch, einen Streit mit dem Partner/der Partnerin vom Zaun zu brechen, uns über die dämliche Kollegin oder einen rüpelhaften Autofahrer aufzuregen. Egal wie, wir schaffen es auf jeden Fall! Allerdings ist uns dieser Vorgang meist nicht bewusst. Weil dies so ist, nutzen uns also alle Bemühungen von außen, unser Glück zu steigern, erst einmal gar nichts. Zunächst muss der Boden bereitet, also der Behälter – unser Glücksdepot - vergrößert werden.

Wie können wir dafür sorgen, dass unser Glücksdepot vergrößert wird?

Das Maß an Glück, das wir aushalten können, wird dadurch bestimmt, wieviel Glück in unserer Ursprungsfamilie gelebt und ausgehalten wurde. Dies wiederum hängt davon ab, was in den Generationen davor gelebt und ausgehalten wurde. Es wird Zeit, dass wir unser eigenes Glücksdepot vergrößern, unabhängig davon, wieviel Glück unsere Vorfahren leben konnten. Nebenbei geben wir damit auch unseren Kindern die Möglichkeit, ihres zu vergrößern bzw. gleich mit einem größeren „Behälter“ ins Leben zu gehen.

Dies können wir erreichen, indem wir die Blockaden, die die Ausweitung des Glücksdepots verhindern, aufspüren und beseitigen bzw. auflösen. Welche Blockaden das sind, ist natürlich bei jedem von uns unterschiedlich. Dies können z.B. Ängste oder schlechte, eingefahrene Verhaltensmuster sein. Aber auch mangelndes Selbstvertrauen kann uns blockieren. Für Dinge, die uns blockieren, gibt es viele Beispiele. Gemeinsam haben sie allerdings, dass sie in unserem Unbewussten schlummern und zunächst einmal von dort in das Bewusstsein gelangen müssen. Nur dort können wir sie auflösen und somit – vereinfacht gesagt – unsere Möglichkeit, mehr Glück auszuhalten, vergrößern.

Lassen Sie sich bei der Vergrößerung Ihres Glücksdepots unterstützen! Sie können nicht früh genug damit anfangen, aber es ist auch nie zu spät! Nehmen Sie Ihr Glück in die eigene Hand und bereiten Sie selbst den fruchtbaren Boden, auf dem Ihr Glück wachsen kann. Sollten Politik und Wissenschaft dann auch noch einen Beitrag dazu leisten können, umso besser!

Bildquelle: robertmoro, https://de.freeimages.com/photo/bigar-waterfall-1636830

DIE ANGST DER ÄNGSTE

Jeder von uns wurde sicherlich in seinem Leben schon mal mit dem Gefühl der Angst konfrontiert. Als Kind hatten wir vielleicht Angst davor, auf einen Baum zu klettern, vom Sprungturm im Schwimmbad zu springen, vor dem großen Hund unseres besten Freundes, vor dem Alleinsein, vor der Dunkelheit, vor schlechten Träumen oder vielleicht auch vor Bestrafung, wenn wir uns nicht so verhalten haben, wie es von uns erwartet wurde. Im Erwachsenenalter verändern sich die Situationen in denen wir Angst haben vielleicht. Angenehmer wird das Gefühl der Angst trotzdem nicht.

Ein gewisses Maß an „Angst“, das uns zur Vorsicht mahnt, ist auch sinnvoll, denn es zwingt uns dazu, einzuschätzen, was wir uns zutrauen und was nicht. Ist die Angst aber krankhaft und zumindest über das Maß hinaus vorhanden, so blockiert und hemmt sie uns und beeinträchtigt unsere Lebensqualität. Wenn wir nicht daran arbeiten, unsere Ängste bzw. die Blockaden, die zu unseren Ängsten führen, aufzulösen, werden sie immer schlimmer. Wir geraten in einen Teufelskreis, vermeiden immer mehr Situationen, die uns Angst machen. Das wiederum verschlechtert immer mehr unsere Lebensqualität und macht uns traurig und noch unsicherer. Wir geben der Angst so die Chance die Oberhand über unser Leben zu gewinnen. Zum Schluss haben wir sogar Angst vor der Angst.

Viele Menschen wissen nicht, dass die Angst auch körperliche Symptome macht. Sie laufen von Arzt zu Arzt, schildern ihre Symptome, werden auf Herz und Nieren untersucht und oft wird keine Ursache für die Symptome gefunden. Die Menschen fangen an, an sich zu zweifeln und werden oft als Hypochonder abgestempelt. Dabei sind diese Symptome wirklich da! Symptome der Angst können beispielsweise sein: „weiche“ Knie, Harndrang, Stuhldrang, Übelkeit, Herzrasen, Herzstolpern, Schwitzen, Zittern, Atembeschwerden, Schwindel u.v.m.

Lassen Sie nicht zu, dass die Angst Ihr Leben bestimmt! Sie haben es verdient angstfrei und glücklich Ihr Leben zu genießen!

Bildquelle: Christophe Libert, https://de.freeimages.com/photo/on-the-road-6-1384796

ER, SIE, ES MACHT MICH BESTIMMT GLÜCKLICH

Wir gehen Beziehungen ein und hoffen, dass er oder sie uns glücklich macht. Wir bekommen Kinder, die uns glücklich machen sollen. Wir wählen Berufe und hoffen, dass wir bei der Ausübung glücklich werden. Wir kaufen Konsumgüter und lassen uns alle möglichen Dinge einfallen, um endlich unser Glück zu finden. Die durch all diese Dinge entstehenden Glücksmomente sind aber leider nur von kurzer Dauer.

Stellen Sie sich ein Haus mit einem dunklen und zugestellten Speicher vor. Alte Möbel, Koffer, Kisten, Kartons und vieles mehr stehen kreuz und quer durcheinander, bedeckt von Staub und Spinnenweben. Nun fangen wir an und tragen ein Teil nach dem anderen aus diesem Speicher hinaus. Es handelt sich sowieso zum größten Teil um Dinge, die wir schon lange nicht mehr benutzt haben und vermutlich nie wieder benötigen werden. Andere Gegenstände oder Kisten wiederum hatten wir ganz vergessen und freuen uns, dass wir sie wiedergefunden haben. Wenn der Speicher ganz leer ist, ziehen wir noch den alten PVC-Boden ab. Zum Vorschein kommt ein schöner alter Holzboden. Die Spinnenweben in den Ecken haben wir auch entfernt und die Wände neu gestrichen. Nun müssen wir vielleicht nur noch ein paar größere Fenster einsetzen und schon haben wir einen wunderschönen hellen und freundlichen Raum geschaffen. Vielleicht sogar den schönsten Raum im ganzen Haus.

So verhält es sich auch mit unserem Glück. Es ist da, in uns. Wir müssen ein paar alte Muster auflösen, innere Reinigung betreiben und vielleicht von einem anderen Blickwinkel darauf schauen. Vielleicht entdecken wir bei dieser Arbeit sogar Talente und Eigenschaften, die viel zu lange brachlagen. Aber eins ist sicher, das Glück, nach dem wir im Außen suchen, finden wir nur in uns selbst.

Bildquelle: ifsphoto, https://de.freeimages.com/photo/piling-1637985

ES IST NIE ZU SPÄT FÜR EINE GLÜCKLICHE KINDHEIT

Dieses Zitat von Erich Kästner kann man sicher vielfältig interpretieren. Mich erinnert es daran, dass wir die Möglichkeit haben, mit unserem „inneren Kind“ zu arbeiten, um alte Glaubensmuster aufzudecken und alten Schmerz zu akzeptieren.

Aber wer genau ist denn überhaupt unser „inneres Kind“?

Unsere Persönlichkeit besteht aus zwei Persönlichkeitsteilen: dem inneren Erwachsenen und dem inneren Kind. Im besten Fall sind die beiden miteinander in Kontakt und der innere Erwachsene übernimmt die Verantwortung für das innere Kind. Wenn dem so ist, fühlen wir uns „ganz“. Meist ist dem aber nicht so, weil wir nicht gelernt haben, unser inneres Kind wertzuschätzen oder überhaupt zu beachten und anzunehmen. Dann empfinden wir ein Gefühl von Unvollständigsein, Einsamkeit oder Leere.

Unser inneres Kind hält Informationen über unsere Erfahrungen in unserer Kindheit gespeichert. Das bedeutet, wenn wir als Kind von unseren Eltern oder anderen Personen missachtet, schlecht behandelt oder sogar missbraucht wurden, dann hat unser inneres Kind diese Gefühle gespeichert. Damit wir diese Gefühle nicht mehr spüren müssen, unterbindet unser innerer Erwachsener den Kontakt zu unserem inneren Kind. Die Reaktionen unseres verlassenen, einsamen inneren Kindes reichen von dem Wunsch „Everybody’s Darling“ sein zu wollen, über Perfektionismus, Kontrollzwang bis hin zu Suchtverhalten.

Aber wie sagte Erich Kästner? „Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit“!

Wir haben die Möglichkeit die Verantwortung zu übernehmen und uns mit unserem inneren Kind zu verbinden. Wir können es annehmen und trösten. Die gute Nachricht ist nämlich: alles, was wir in der Kindheit erlebt haben, ist vergangen UND wir haben es offensichtlich überlebt! Also, warum sollten wir uns weiter damit belasten? Die Arbeit mit dem inneren Kind ist ein Prozess. Ein Prozess, der uns mit dem inneren Kind verbindet und es heilen lässt. Ein geheiltes inneres Kind schenkt uns zum Dank Kontakt zu unserer Leidenschaft und unserer Dynamik, es lässt uns mit großen Augen staunen, es gibt uns die Fähigkeit uns für Dinge zu begeistern und lässt uns verspielt, unbeschwert und glücklich sein.

Wann nehmen Sie Ihr inneres Kind in den Arm?

Bildquelle: Tzu Nimh, https://de.freeimages.com/photo/three-gondoliers-and-a-duck-1391336

NEUANFANG

Man hat stets die Möglichkeit, noch einmal zu beginnen. - Jack Kornfield

"Ach könnte ich die Uhr nochmal zurück drehen ...", "Wenn ich das noch mal zu tun hätte ...", "Wenn ich noch einmal jung wäre ...", "Wenn ich damals schon gewusst hätte, was ich heute weiß ...". Kommen Ihnen diese Sätze bekannt vor? Wie ist es mit den folgenden? "... aber leider ist der Zug abgefahren", "... dafür bin ich schon zu alt", "... welchen Sinn soll das jetzt noch machen?"

 So lange wir leben haben wir die Möglichkeit, einen Richtungswechsel vorzunehmen! Alter, Gewohnheiten, soziale Einbindungen und alle anderen Begründungen sind nur Ausreden unseres Egos, nichts ändern zu WOLLEN! Wir KÖNNEN Dinge ändern, solange wir am Leben sind. Es ist nie zu spät für einen Neuanfang.

Bildquelle: Matthew Bowden, https://de.freeimages.com/photo/bed-post-1530404

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